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Wovon handelt der Roman?
Davon, wie alles sich verändert, obwohl scheinbar nichts geschieht.
Er handelt von einem quasi-pathologischen Zustand, der die menschliche Wahrnehmung in einem Maße verändert, daß nicht mehr zu entscheiden ist, ob sie äußerste Hellsichtigkeit oder äußerste Unzurechnungsfähigkeit bedeutet. Die Wissenschaft kennt den Auslöser dieses Zustands unter dem Fachbegriff "Begegnung mit einer Frau".
Wer ist diese Frau? Was hat sie mit einem Horrorfilm aus dem Jahre 1942 zu tun? Was weiß sie über den Studenten Aljoscha? Und warum geschieht nichts, außer daß Aljoscha ihr wieder und wieder begegnet, als wären es geheime Verabredungen?
Warum scheint SIE alles über den Sinn dieser stummen Verabredungen zu wissen und ER nicht? Manipuliert SIE den Ablauf der linearen Zeit? Warum hat er das Gefühl, daß der Zustand, in den SIE ihn stürzt, ein Wahnsinn nach Regeln ist? Und was ist das eigentlich Verstörende daran, der Wahnsinn oder die Regeln? Tauscht Aljoscha mit dieser Frau geheime Zeichen oder sieht er nur Gespenster? Ist SIE das Phantasma, oder ist der Glaube an ein Phantasma das Phantasma?
Warum ist SIE anders, unvorstellbar anders?
Wie fühlt es sich an in der Realität hinter der Realität, wo die Dinge etwas von uns wollen? Fließt Zeit in eine Richtung oder stammen Gründe für die Gegenwart aus irgendeiner Zukunft? Von welcher Art ist dieser Blick, der die Vernunft in 1000 Stücke schlägt?
Ist die Wirklichkeit in Wirklichkeit voller verborgener Muster? Was passiert, wenn Archetypen eine Konferenz abhalten? Ist die Welt gar nicht entzaubert?
Was haben der alte Matthäus, Gott, Immanuel Kant, Hilfssheriff Iggy Pop, der Herzausreißer Nick Cave, ein Saufaus namens Aristophanes, die unentzifferbare Wahrheit des Schauerlichen, Isis, Iris, Orpheus, ein grüner Wintermantel, ein dunkles Geschlecht, Maria Magdalena, Caravaggios Messer, Dantes Begegnung mit Beatrice, die Dritte Sinfonie von Gustav Mahler, die Gedichte von Majakowski, ein säbelrasselnder Hauptmann, ein Satz von Rilke, der Wäscheberg von André Breton, die Metamorphosen des Ovid und die des Apuleius, Professor Pfropfnapf und seine aufregende Assistentin Marie-France, Rembrandt, Dürer und Poussin, die Zahl 7, der Fels, von dem es hieß, er würde niemals bröckeln, eine Blüte vom Grab der Kameliendame, ein Vers des Dichters Percy Shelley, die Marionette Petruschka, der Scheitel des Rowland S. Howard, sieben Köpfe aus Ton, Schillers Schreibtisch-Schublade, ein Opfermädchen aus 'Le Sacre du Printemps', Vaslav Nijinsky, menetekelnde Gelehrte und merkwürdige Kommilitonen in dieser Geschichte zu suchen?
Warum sind alle Figuren der Handlung Russen, obwohl die Geschichte zweifellos gar nicht in Rußland spielt?
Gibt es Katzenmenschen?
Ist Liebe die höchste Form der Magie?
Warum sieht Leda im Traum, daß Aljoscha sie verläßt?
Und was sagt eigentlich Aljoschas bester Freund Pjotr zu alldem?
Die Welt ist alles, was der Fall ist, sagte Wittgenstein. Die Welt ist nichts, was der Normalfall ist, davon handelt der Roman.
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